Fragen zur Anschaffung

Bei Testudo horsfieldii handelt es sich um Tiere einer besonders geschützten Art (Anhang B der EG-Artenschutzverordnung Nr. 338/97). Sie sind meldepflichtig. Eine Bescheinigungspflicht (ehemals Cites-Bescheinigung) wie z.B. bei Testudo hermanni gibt es hier nicht. Allerdings ist die legale Herkunft der zuständigen Höheren Naturschutzbehörde (in Baden-Württemberg –> Regierungspräsidium) nachzuweisen.

Dies kann geschehen durch:

- Einfuhrdokumente
- Abgabeverträge
- Rechnungen
- Kaufverträge
- Zuchtbescheinigungen
- Schenkungsverträge u.ä.
Mittlerweile gibt es auch in Deutschland T.horsfieldii-Halter, die regelmäßig Nachzuchten abgeben. Meiner Meinung nach ist dies die beste Quelle für gesunde und eingewöhnte Tiere.
-->Im Bereich „Shop“ veröffentliche ich immer wieder Fotos meiner Nachzuchten, die ich nach dem 1. Winterschlaf ab Mitte April abgebe.
Weitere Adressen findet man u.a. im Internet.
Beim Kauf von Tieren, die bei verantwortungsbewussten Züchtern erworben werden, erhält der Interessent umfangreiche Hinweise und Tipps zur richtigen Haltung. In der Regel stehen Züchter, auch über den Kauf hinaus, für Fragen zur Verfügung.

Leider werden immer noch sehr viele Tiere auf so genannten Polen- und Tschechenmärkten gekauft und nach Deutschland importiert.
Diese Vorgehensweise ist grundsätzlich illegal!!!!!!!!! und kann mit hohen Geldstrafen belegt werden. Bei solchen Tieren handelt es sich praktisch immer um Wildfänge, die unter äußerst schlechten Umständen Tage und Wochen unterwegs sind und in hohen Stückzahlen in engen Kisten gehalten werden. Die Tiere sind meist krank und leiden an einer Vielzahl von Parasiten.
Der Stress, die Parasiten und die unzureichende Haltung führen oftmals zum baldigen Tod der Tiere. Bis dahin kommen oft noch horrende Tierarztkosten hinzu.

Die Tiere sind in der Anschaffung auf diesen Märkten billig, die Folgekosten können sich aber leicht potenzieren. Mit Mitleidskäufen unterstützt man lediglich das Absammeln der letzten wildlebenden Populationen.

Auswahl der Tiere


Nachdem man sich über die Vorraussetzungen (Gehege, Technik, Futter…) zur Haltung von Landschildkröten gründlich informiert und sich entschieden hat, die Verantwortung für die Tiere über viele Jahre hinweg zu tragen, sollte bei der Auswahl der Tiere auf nachfolgende Punkte geachtet werden.

 Auch eingewöhnte Tiere lieben es nicht, aufgenommen und umhergetragen zu werden. Werden die kleinen Schildkröten angehoben, hört man in der Regel eine Art Fauchen. Weiter zieht das Tier seinen Kopf und die Füße in den Panzer ein. Nach kurzer Zeit fängt es an zu strampeln und versucht sich zu befreien. Die Augen des Tieres sind geöffnet und klar. Beim normalen Atmen gibt es keine pfeifenden Geräusche von sich.

Der Kot ist fast schwarz und nicht breiig. Hierbei gibt es zwar fütterungsbedingte Abweichungen, dies ist aber nicht die Regel. Wässriger, stinkender, grüner Kot ist oftmals ein Zeichen für das Vorhandensein von Darmparasiten.
Ab und zu dürfen meine Schildkröten
im Garten spazieren gehen, um sich
selbst ein paar Leckerbissen zu suchen.

Der abgegebene Urin sollte farblos wässrig sein und darf weißes Urat enthalten. Die weißen Bestandteile sollten cremig sein, ähnlich wie Joghurt, und sich nicht körnig anfühlen. Reagiert ein Tier beim Anheben nicht, ist dies nicht etwa ein Zeichen von besonderer Zahmheit, sondern eher dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Apathische Tiere mit schrumpeliger Haut ohne Spannung und eingefallenen Augen sollten auch nicht aus Mitleid gekauft werden. Hierbei handelt es sich oft um Todeskandidaten.

Die Größe und Farbe der Tiere ist von den Elterntieren abhängig und meiner Meinung nach reine Geschmacksache. Innerhalb eines Geleges gibt es Tiere die in der Größe stark variieren. Wenn alle einen gleich munteren Eindruck machen ist es unerheblich, ob ein Tier größer als das andere ist.

Einzelne Abweichungen können vorkommen. » Der Gesamteindruck zählt!

Das Geschlecht ist bei Schlüpflingen und Jungtieren anhand einer Sichtprüfung nicht feststellbar. Es gibt zwar Züchter, die behaupten, das Geschlecht mit 99% Sicherheit voraussagen zu können. Aber wenn diese Leute daneben liegen, dann hat man als Käufer halt Pech gehabt und das letzte Prozent erwischt. Hauptsache die kleine Schildkröte wurde verkauft.

Ein kompetenter Züchter hat normalerweise ein Gehege für die Alttiere und ein weiteres für seine Nachzuchten. Dadurch hat man die Möglichkeit, sich vor Ort zeigen zu lassen, wie die Tiere, abgestimmt auf die unterschiedlichen Altersklassen, ordnungsgemäß unterzubringen und zu versorgen sind. So bekommt man schon beim Kauf von Jungtieren einen Eindruck, wie groß die Tiere werden können und was für ein Platzbedarf dann erforderlich ist.

Viele Käufer sehen in den Zoogeschäften lediglich die süßen kleinen Schildkröten. Dass aus den Kleinen innerhalb von ca. 10 Jahren recht beachtliche Tiere werden können, die einen weit aus höheren Platzbedarf und ein erstaunliches Laufbedürfnis haben, bedenken viele nicht.