Lebensweise in Freiheit - Seite 4

1.4.2 Niederschläge und Luftfeuchtigkeit

Der Jahresniederschlag in vielen Gebieten Mittelasiens beträgt nur 175 – 400 mm. (Zum Vergleich: Jahresniederschläge in Deutschland 600 mm  – 800 mm, in den Bergen weit über 1000 mm.) Die Hauptniederschläge fallen z. B. in der Region Buchara von November bis Mai. Juni bis Oktober sind äußerst trockene Monate. Dies sind Durchschnittswerte, d. h. in manchen Jahren liegen die Niederschläge nur bei 100 mm, was auch für eine Steppenschildkröte existenzbedrohend wenig ist. Oft schlägt im Spätherbst die Witterung plötzlich um und es wird frostig kalt. Generell ist die Luftfeuchtigkeit meist sehr niedrig, die Luft entsprechend klar und die Intensität der Sonneneinstrahlung sehr hoch.



 Für den Großteil der mittelasiatischen
Steppe sind 200 mm Jahresnieder-
schlag wie in Ashgabat normal.
 

Die Luftfeuchtigkeit ist oft noch niedriger als in Taschkent und liegt um die Mittagszeit nur noch bei 20%. Zum Vergleich Trier.




1.4.3 Sonnenscheinstunden


Wir sollten besonders die Monate April und Mai beachten, da hier die Hauptaktivitätszeit der Steppenschildkröte liegt. 160 und 220 Sonnenscheinstunden in Karlsruhe stehen 230 und 320 Sonnenscheinstunden in Taschkent gegenüber.


1.4.4 Zusammenfassung


Die Steppenschildkröte wird oft als Charaktertier der steppenartigen Halbwüsten Mittelasiens bezeichnet. Diese zeichnen sich durch extrem kontinentales Klima aus.
Das bedeutet folglich:

- kalte Winter mit Schnee und teils strengen Frösten
- im Frühjahr Nachtfröste, aber auch Höchsttemperaturen über 20 Grad, anfänglich noch Niederschläge und Schlechtwettertage, üppige Vegetation, rasch ansteigende Temperaturen
- frühzeitig einsetzende, heiße, trockene Sommer, Futterpflanzen verdorren
- kurzer Herbst, der oft abrupt in den Winter übergeht, Vegetation erholt sich kaum


Fotos freundlicherweise überlassen von Andrej Seifert, www.kasach.de


Die meiste Zeit des Jahres herrschen für ein Reptil lebensfeindliche Bedingungen.