Lebensweise in Freiheit - Seite 10

2.5. Ernährungsprobleme = Gesundheitsprobleme

Aufgrund der längeren möglichen Aktivitätszeit, des nie versiegenden Futterangebots und der geringeren Bewegungsanreize sind Steppenschildkröten in Gefangenschaftshaltung häufig zu fett. Am größten ist diese Gefahr in Terrarienhaltung und betrifft wahrscheinlich Weibchen öfter als Männchen. (Weibchen, die keine Eier legen, müssen keinen Masse- und Energieverlust ausgleichen, fressen aber dennoch oft zu viel. Legende Weibchen dagegen, die zudem in der letzten Phase der Trächtigkeit oft schlecht fressen, weil die Eier auf die Verdauungsorgane drücken, benötigen meist ein üppiges Futterangebot.) Durch eine gleichbleibend lange Beleuchtung ohne Veränderung der Tageslänge und ständige angenehme Wärme (nicht zu heiß, nicht zu kalt) wird die Aktivitätszeit dieser Terrarien-Schildkröten unnatürlich verlängert. Da sie gemäß ihrem Frühjahrsprogramm fast bis zum Platzen fressen, verfetten sie unter einer anhaltenden künstlichen Frühjahrswitterung. Dazu hin wird meist viel zu ballaststoffarm und zu nährstoffreich über viel zu lange Zeiträume gefüttert. Leberverfettungen oder Nierengicht sind leider bei einem Großteil der in Gefangenschaft gehaltenen Steppenschildkröten nachzuweisen und sehr viele Tiere versterben schließlich vorzeitig daran

Es ist auch ein Irrtum zu glauben, Steppenschildkröten kämen völlig ohne zusätzliches Wasserangebot aus, auch wenn viele Tiere nur sehr selten trinken. Eine flache Trink- und Badeschale sollte stets vorhanden sein und täglich frisch gefüllt werden. Wassermangel kann schon vorhandene Gesundheitsprobleme verstärken. Bei Nierenproblemen z. B. besteht meist ein erhöhter Wasserbedarf.


Schlüpflinge und Jungtiere baden gerne freiwillig und trinken dabei.