Was füttern?

Nahrung

Früher erhielt man in vielen Zoofachgeschäften beim Erwerb einer Landschildkröte, die Empfehlung, die Tiere u.a. mit Obst, Hunde- und Katzenfutter, Kopfsalat, Tomaten, Reis und in Milch eingeweichtem Brot zu füttern.
Inzwischen ist das Wissen über Schildkröten so weit gediehen, dass man speziell die o.g. Lebensmittel als Futtermittel ablehnt.
Bei meiner Gruppe habe ich festgestellt, dass T. horsfieldii gierige Fresser sind. Sie sind nicht besonders wählerisch. Nachdem sie morgens aus ihrem Schlafhaus gekrochen sind und sich in der Sonne oder unter den Spotstrahlern auf „Betriebstemperatur“ gebracht haben, gehen sie in die Freilandanlage und fangen an zu fressen. Sie sitzen auf einem Fleck und fressen alles Grünzeug was ihnen vor den Schnabel kommt.

Die Hauptnahrung meiner Tiere besteht aus Gras, Löwenzahn, kriechendem Hahnenfuß, Klee, Spitz- und Breitwegerich. Es wird aber auch gerne Ehrenpreis, junger Giersch, Flockenblume, Weidenblätter, Pimpernelle, Wiesenschaumkraut, Vogelwicke, Klatschmohn, Habichtskraut, Himbeerblätter, Erdbeerblätter, Haselnussblätter, Acker- und Zaunwinde oder Milchdisteln und anderes mehr gefressen.
Ich füttere täglich frisches Futter von einer nahe liegenden Blumenwiese. Hier wird alles abgerissen, was dort wächst, auch Disteln und ähnliches stacheliges und grobes Gewächs.
Das Futter wird meist abends von meiner Frau und den Kindern bei ihrem täglichen Spaziergang geholt. Über Nacht verbleibt es in der Papiertüte und wird dann morgens leicht angetrocknet verfüttert.

 

Ich bin zwar kein „Stadtkind“, kenne mich aber bei den hier wachsenden Pflanzen trotzdem nicht besonders gut aus. Darum habe ich mich im Internet umgeschaut und bin fündig geworden.
Auf der Seite: www.schildifutter.de ist eine sehr schöne Auflistung von geeigneten Futterpflanzen zu finden. Bei vielen Pflanzen sind Fotos dabei, so dass auch der Laie die Pflanzen identifizieren kann. Die genannte Seite empfinde ich als sehr nützlich.
Zusätzlich habe ich in meinen Gehegen immer Sepiaschalen zur Kalkversorgung liegen. Als weiteres Zusatzfutter biete ich die Heupellets der Fa. Agrobs an.
Diese Pellets streue ich ins Gehege und übergieße sie mit Wasser, so dass sie aufquellen. (Achtung: Alle anderen Pellets, die als Schildkrötennahrung in Zoohandlungen verkauft werden, sind ungeeignet und für Landschildkröten gesundheitsschädlich!) Nach einer kurzen Gewöhnungszeit nehmen die Tiere das Agrobs sehr gut an.


So friedlich geht es bei der
Nahrungsaufnahme nicht immer zu.
Manchmal kommt es zwischen den
Weibchen zu Beißereien und Futterneid.


Wenn sie die Pellets verschmähen, können diese anfangs in Apfel- oder Orangensaft zum Quellen gebracht werden. Dann wird das Futter besser angenommen.
Die Säfte biete ich aber nur in diesem Ausnahmefall an. Sonst gehören sie genauso wenig wie Obst auf den Speiseplan meiner Tiere, da der Fruchtzucker die empfindliche Darmflora schädigt.

Wenn sie die Pellets verschmähen, können diese anfangs in Apfel- oder Orangensaft zum Quellen gebracht werden. Dann wird das Futter besser angenommen.
Die Säfte biete ich aber nur in diesem Ausnahmefall an. Sonst gehören sie genauso wenig wie Obst auf den Speiseplan meiner Tiere, da der Fruchtzucker die empfindliche Darmflora schädigt.

 

Ich habe schon oft gehört, dass T. horsfieldii kein Wasser trinkt. Diese Aussage kann ich nach den Beobachtungen meiner Tiere nicht bestätigen. Ich biete täglich in einer flachen Keramikschüssel frisches Regenwasser an. Die Tiere trinken sehr ausgiebig daraus. Z.T. baden sie auch minutenlang darin. Nach einem solchen Bad ist es allerdings meist erforderlich, die Schüssel zu reinigen, da die Tiere Kot und Urin im Wasser abgesetzt haben.

Gekauftes Futter

Bei einem größeren Tierbestand kann es im Frühjahr und Herbst erforderlich werden, gekaufte Nahrung zuzufüttern. In diesem Fall wähle ich Endivien-, Eisberg-, Feld-, Löwenzahn-, Romana- oder Römersalat. Vor allem die zuletzt genannten Salatarten bekommt man häufiger in italienischen oder türkischen Spezialitätengeschäften als im Supermarkt angeboten. Kopfsalat, Kohlarten und Obst sind generell abzulehnen.
Lediglich in den heißen Sommermonaten biete ich meinen Tieren zusätzlich Stücke von Wassermelone an. Ich denke, dass der Fruchtzuckergehalt nicht sehr hoch ist und es einer besseren Flüssigkeitsversorgung der Tiere dienlich ist. Gurke erfüllt diesen Zweck ebenfalls.